Von Kiel führt die Reise zunächst zur Schleuse Kiel-Holtenau. Nach dem Einschleusen beginnt die rund 53 sm lange Kanalfahrt, vorbei an Rendsburg, den Hochbrücken und den zahlreichen Fähren. Der Kanal verläuft durch die flache Landschaft Schleswig-Holsteins und endet an den Schleusen von Brunsbüttel, wo die Yacht die Elbe erreicht.
Für Sportboote gilt grundsätzlich die Fahrt bei Tageslicht; die Kanalfahrt erfolgt unter Motor. Eine Übernachtung kann daher trotz geplanter Nonstop-Passage notwendig werden. Hinter Brunsbüttel geht es elbabwärts, vorbei an Cuxhaven und der Kugelbake. Die Elbe weitet sich zur Nordsee. Hier bestimmen der Tidenstrom, die Großschifffahrt und die weitläufigen Sandbänke den Kurs. Mit ablaufendem Wasser lässt sich die Strecke bis zur äußeren Elbe besonders günstig zurücklegen. Anschließend wird westwärts in die Deutsche Bucht abgedreht.Die Route führt außerhalb der Wattengebiete westwärts, zunächst vorbei an den Zufahrten zu Weser und Jade. Wangerooge, Spiekeroog, Langeoog, Baltrum, Norderney, Juist und schließlich Borkum bleiben südlich. Der Kurs verläuft seewärts der Inseln, um die flachen Seegatten und die trockenfallenden Wattflächen zu meiden. Der Horizont ist weit, die Küste niedrig und bei klarer Sicht an den Leuchttürmen und Seezeichen zu erkennenVorbei an Rottumeroog und Schiermonnikoog folgt die Yacht der niederländischen Inselkette. Ameland, Terschelling, Vlieland und Texel bleiben an Backbord. Die Route verläuft nördlich der Inseln, außerhalb der Wattfahrwasser. Bei kräftigen westlichen Winden entstehen über den vorgelagerten Sandbänken häufig unangenehme, steile Seen. Südwestlich von Texel beginnt der Übergang zur offenen niederländischen Nordseeküste.Die niederländische Küste verläuft nun weitgehend in südwestlicher Richtung. Vorbei an IJmuiden und Scheveningen führt der Kurs parallel zu den ausgedehnten Sandstränden und Dünen. Die Ansteuerungen der großen Häfen Amsterdam und Rotterdam erfordern besondere Aufmerksamkeit. Vor Hoek van Holland kreuzt die Route den stark befahrenen Bereich der Maasmündung. Offshore-Windparks und ihre Sicherheitsbereiche müssen in die Wegpunktplanung einbezogen werden.Nach der Maasmündung führt die Reise an den Inseln und Halbinseln von Zeeland vorbei. Die breiten Mündungsgebiete von Haringvliet und Westerschelde bleiben landwärts. Weiter südwestlich erscheinen die belgischen Küstenorte Zeebrugge, Blankenberge, Oostende und Nieuwpoort. Die flache Küste wird von Sandbänken, betonnten Fahrwassern und starkem Fähr- und Frachtschiffsverkehr geprägt.Mit der französischen Küste bei Dunkerque beginnt die Annäherung an die Straße von Dover. Vorbei an Calais und dem markanten Cap Gris-Nez verengt sich der Ärmelkanal auf seine schmalste Stelle. Hier begegnet man einer der dichtesten Schifffahrtskonzentrationen Europas. Für eine westwärts laufende Yacht ist die französische Küstenverkehrszone eine mögliche Route, sofern die einschlägigen Regeln eingehalten werden. Strömungen und Verkehrstrennungsgebiete bestimmen die Navigation. Hinter Cap Gris-Nez öffnet sich der Ärmelkanal wieder nach Westen. Von der französischen Küste wird die Route auf die englische Seite geführt, wobei das Verkehrstrennungsgebiet an einer geeigneten Stelle regelkonform gequert wird. Die markanten weißen Kreidefelsen von Beachy Head kündigen die südenglische Küste an. Im Ärmelkanal kann der Tidenstrom erheblich sein und insbesondere bei Wind gegen Strom eine kurze, steile See erzeugen.Entlang der südenglischen Küste geht es westwärts, vorbei an Brighton und Worthing. Bei Selsey Bill wird die Einfahrt zum östlichen Solent vorbereitet. Durch die Zufahrt bei Spithead gelangt die Yacht in das geschützte, aber stark befahrene Revier zwischen Hampshire und der Isle of Wight. Südwestlich liegt schließlich Cowes, dessen Hafen zwischen Cowes und East Cowes in den River Medina führt. Die starken Tidenströme und der Fährverkehr verlangen bis zum letzten Moment



